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Besinnung statt Shopping

Verkaufsoffener Sonntag an Heiligabend?

In diesem Jahr fällt Heiligabend auf einen Sonntag. Die Adventskarte, die bereits vor Jahren vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt herausgeben wurde, ist aktueller denn je. Im Einzelhandel gibt es Bestrebungen, am kommenden Heiligabend die Geschäfte zu öffnen.

Heiligabend fällt dieses Jahr auf einen Sonntag und damit fällt der Feiertag dieses Jahr damit unter den Sonntagsschutz. Doch die kurze Adventszeit macht dem Handel zu schaffen, so dass in Darmstadt der Weihnachtsmarkt schon vor dem 1. Advent öffnen will. In vielen Bundesländern dürfen Supermärkte, Blumenläden und Tannenbaum-Verkäufer für einige Stunden öffnen. Hessen und Rheinland-Pfalz sind davon nicht betroffen, denn das Ladenöffnungsgesetz untersagt es, den Heiligabend zum verkaufsoffenen Sonntag zu erklären. Aber in benachbarten Bundesländern wie Baden-Württemberg ist eine Sonntagsöffnung rechtlich durchaus möglich. Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt - eine Arbeitsgemeinschaft von landeskirchlichen Einrichtungen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) – hat an die Supermärkte appelliert, am 24. Dezember nicht zu öffnen.

„Lasst den Verkäuferinnen und Verkäufern den Heiligabend“

Eine Reihe von Initiativen aus dem Einzelhandel versucht derzeit, die Sonn- und Feiertage zu Shoppingtagen zu machen. In vielen Bundesländern prüfen insbesondere Supermärkte ein rechtliches Schlupfloch für Ladenöffnungen am 4. Adventssonntag, der diesmal mit Heiligabend zusammenfällt.  „Auch Verkäuferinnen und Verkäufer haben ein Recht, sich in Ruhe auf Weihnachten zu freuen und vorzubereiten“, fordert der Leiter des evangelischen Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt, Pfarrer Johannes Rehm. „Das Weihnachtsgeschäft ist für die Handelsbeschäftigten Stress pur mit langen Arbeitszeiten auch am Abend und am Samstag. Ich appelliere an alle Supermärkte, wenigstens am 24. Dezember zum Wohle ihrer Beschäftigten nicht zu öffnen.“

Aldi, Lidl und weitere Discounter bleiben Heiligabend geschlossen

Die Adventszeit — eine Zeit der Besinnung und des Fastens — ist nach Ansicht des KDA mehr und mehr zu einer Zeit des besinnungslosen Konsumierens verkommen. „Inmitten des Shoppingtrubels bieten die Adventssonntage Christen wie Nichtchristen noch eine Gelegenheit, den eigentlichen Sinn dieser Jahreszeit wiederzuentdecken, die Vorfreude auf die Ankunft Jesu Christi und die intensive Zeit mit Familie und Freunden.“

„Wir begrüßen es, dass große Lebensmitteldiscounter wie Aldi, Lidl und Norma das Sonntagsshopping am 24. Dezember bereits abgesagt haben“, so Rehm, „daran sollten sich andere Händler ein Beispiel nehmen.“ Nach Einschätzung des evangelischen Pfarrers würde sich eine Öffnung auch kaum lohnen. Einer repräsentativen Umfrage der Zeitung „Die Welt“ zufolge lehnen fast 90 Prozent der Bevölkerung die Ladenöffnung am 4. Adventssonntag ab.

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